Zielgruppen-Daten bald vom Autohersteller?

Wer glaubt, dass ein Auto nur dazu dient, uns von A nach B zu bringen, sollte vielleicht zweimal darüber nachdenken. Laut Mozillas aktuellem Shopping-Leitfaden „Datenschutz nicht inbegriffen“ sieht die Lage beim Datenschutz in Fahrzeugen ziemlich düster aus.

Sammelwut auf Rädern

Die umfassende Untersuchung, die 25 große Automobilhersteller einschloss, darunter Schwergewichte wie BMW, VW, Mercedes, Toyota und Tesla, zeigt alarmierende Ergebnisse. Stell dir vor, dein Auto könnte Daten wie Ethnie, Einwanderungsstatus, Gewicht und sogar Informationen über dein Sexualleben sammeln! Und das ist noch nicht alles. Mit den in Autos eingebauten Sensoren, Kameras, Mikrofonen, Telematiksystemen und gekoppelten Mobiltelefonen könnte theoretisch sogar die gesamte Fahrtroute aufgezeichnet werden.

Noch beunruhigender ist, dass, laut Mozilla, keiner dieser Hersteller es für nötig hält, die gesammelten Daten zu verschlüsseln. In einer Zeit, in der Datenschutz und -sicherheit höchste Priorität haben sollten, ist diese Enthüllung fast schon schockierend.

Nissan und VW im Fokus

Besonders hervorzuheben ist Nissan. Im Kleingedruckten ihrer Datenschutzerklärung gibt das Unternehmen offen zu, nicht nur Gesundheits- und Genetikdaten zu sammeln, sondern auch „Eigenschaften, psychologische Trends, Neigungen, Verhaltensweisen“ und vieles mehr. Als wäre das nicht schon genug, behält sich Nissan das Recht vor, diese Daten weiterzugeben oder sogar zu verkaufen. VW, auf der anderen Seite, hat ein Auge auf Ihr Fahrverhalten, während Toyota mit 12 verschiedenen Datenschutzerklärungen für Verwirrung sorgt.

Ein scheinheiliges Versprechen?

Interessanterweise haben einige dieser Autohersteller die „Consumer Privacy-Protection-Principles“ unterzeichnet, eine Art Selbstverpflichtung zum Datenschutz. Doch der Leitfaden enthüllt, dass keiner von ihnen sich wirklich an diese Regeln hält. Warum? Die Antwort ist simpel: Geld. Analysten schätzen, dass bis 2030 beeindruckende 750 Milliarden US-Dollar durch diese Daten gesammelt werden könnten.

Der wirklich brennende Punkt wird jedoch sein, wie sich diese Praktiken mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vertragen. Eines ist sicher, das Thema wird in der nächsten Zeit viel Diskussionsstoff bieten.

Abschließend bleibt die Frage: Inwieweit sind wir bereit, unsere Privatsphäre für den Fortschritt und Komfort zu opfern? Das bleibt jedem Einzelnen von uns überlassen.

About